Die Wohlverhaltensphase

Hat das Gericht die Restschuldbefreiung angekündigt, kann diese nach Ablauf einer sechsjährigen Wohlverhaltensphase erteilt werden. Bei der Berechnung der Sechsjahresfrist zählt der Zeitraum seit Eröffnung des gerichtlichen Verfahrens mit.

Während der Wohlverhaltensphase müssen Sie eine Reihe von Obliegenheiten erfüllen:

Sie müssen (wie schon mehrfach gesagt) eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben.

Der pfändbare Teil Ihres Arbeitseinkommens ist dem vom Gericht bestellten Treuhänder zu überlassen.

Daraus werden vorrangig gestundete Verfahrenskosten beglichen. Der verbleibende Betrag wird regelmäßig an alle Gläubiger verteilt.

Falls Sie selbstständig tätig sind, müssen die Gläubiger so gestellt werden, als ob Sie ein angemessenes Einkommen aus einem Arbeitsverhältnis hätten.

Falls Sie arbeitslos sind, müssen Sie sich ernsthaft um eine Beschäftigung bemühen und jede zumutbare Tätigkeit annehmen.

Sie müssen dem Gericht jeden Wechsel Ihres Wohnorts oder Ihrer Arbeitsstelle melden.

Zahlungen für die Gläubiger dürfen ausschließlich über den Treuhänder geleistet werden.

Falls Sie gegen diese Pflichten verstoßen, kann das Gericht die Restschuldbefreiung bereits während der Wohlverhaltensphase ablehnen.

Das Gesetz sieht während des Laufens der Wohlverhaltensphase Erleichterungen vor, um Sie zur Einhaltung der Obliegenheiten zu motivieren:

Im fünften Jahr nach der Ankündigung der Restschuldbefreiung stehen Ihnen 10% des pfändbaren Teils Ihres Einkommens und im sechsten Jahr 15% selbst zu. Falls die Verfahrenskosten gestundet und noch nicht vollständig beglichen sind, kann die Quote allerdings niedriger sein.

Zwangsvollstreckungen durch Insolvenzgläubiger sind während der Wohlverhaltensphase unzulässig.