Die Schritte des Verfahrens


1. In Ihrem ersten Besprechungstermin bei mir erörtern wir Ihre Problemlage und legen mit Ihnen fest, ob eine außergerichtliche Schuldenregulierung für Sie möglich ist oder ob das Ziel der Restschuld- befreiung durch ein gerichtliches Verbraucherinsolvenzverfahren erreicht werden soll.

2. Sie übergeben mir sämtliche Daten und Unterlagen, die Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere natürlich Ihre Verbindlichkeiten, betreffen.

3. Ich erstelle ein Gläubigerverzeichnis und schreibe die Gläubiger an, mit der Bitte, den genauen Stand Ihrer Verbindlichkeiten zu einem bestimmten Stichtag mitzuteilen. Hierzu sind die Gläubiger gesetzlich verpflichtet.

4. Anhand der so erhaltenen Daten erstelle ich den Schuldenbereinigungsplan, den ich den Gläubigern zustelle. Ich fordere sie auf, ihre Zustimmung oder Ablehnung zu dem Plan zu erklären. Gegebenenfalls führe ich mit den ablehnenden Gläubigern persönliche Verhandlungen, um ihre Zustimmung doch noch zu erreichen.

5. Im Falle des Scheiterns der Bemühungen, eine außergerichtliche Schuldenbereinigung herbeizuführen, stelle ich hierüber die vorgeschriebene Bescheinigung aus, damit die Eröffnung des gerichtlichen Insolvenzverfahrens beantragt werden kann. Ich bereite die Antragsunterlagen zusammen mit Ihnen vor.

6. Nach Antragseingang versucht das Gericht nochmals, eine Einigung mit Ihren Gläubigern herbeizuführen. Misslingt dies wiederum, wird das gerichtliche Insolvenzverfahren eröffnet. Das Gericht bestimmt

einen Treuhänder, der Ihr pfändbares Vermögen und den pfändbaren Teil Ihres Arbeitseinkommens verwertet und während der nächsten sechs Jahre die pfändbaren Teile Ihres Einkommens an die Gläubiger verteilt.

7. In dieser Zeit haben Sie bestimmte Obliegenheiten zu erfüllen, um die Restschuldbefreiung nicht zu gefährden: im Wesentlichen müssen Sie angemessen erwerbstätig sein oder sich um eine Arbeitsstelle bemühen, Ihr pfändbares Einkommen an den Treuhänder abführen und Veränderungen Ihres Wohnsitzes oder Arbeitgebers melden.

8. Im fünften und sechsten Jahr der Wohlverhaltensphase kommt der Schuldner in den Genuss von Vergünstigungen: der ihm verbleibende Teil seines Einkommens erhöht sich.

9. Nach Ablauf der sechs Jahre erteilt das Gericht die Restschuldbefreiung, sofern Sie sich in dieser Zeit redlich verhalten haben. Damit sind Ihre restlichen Schulden erloschen.

Von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind jedoch solche Schulden, die aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen, aus Geldstrafen und Geldbußen herrühren, sowie Zwangs- und Ordnungsgelder.

Auch Verbindlichkeiten, die erst nach Stellung des Antrages auf Eröffnung des gerichtlichen Insolvenzverfahrens neu begründet worden sind, sind von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen.