Schuldenbereinigungsplan, außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern

Nachdem wir dann Ihre Schulden zu dem Stichtag genau kennen, erstelle ich in Abstimmung mit Ihnen einen Plan, wie Ihre Gläubiger unter Berücksichtigung Ihres pfändbaren Einkommens oder noch vorhandenen Vermögens ganz oder teilweise befriedigt werden können.

Sofern Ihre Möglichkeiten es erlauben, sollte der Schuldenbereinigungsplan Regelungen vorsehen, welche die Gläubiger etwas günstiger stellen, als dies im gerichtlichen Insolvenzverfahren der Fall wäre. So ist voraussichtlich ihre Bereitschaft zur Zustimmung größer.

Den Gläubigern kann zum Einen die Zahlung fester Raten angeboten werden (Ratenzahlungsplan). Dabei wird zunächst ermittelt, welche Raten von Ihnen aufgrund Ihres Einkommens geleistet werden können. Der zahlbare Betrag wird dann auf die einzelnen Gläubiger entsprechend dem Anteil ihrer Forderung an der Summe aller Verbindlichkeiten aufgeteilt. Für den Fall einer Erhöhung Ihres Einkommens sollte vereinbart werden, dass sich dann auch die Raten entsprechend erhöhen. Die Raten sind bis zur Tilgung der Forderungen zu zahlen, längstens jedoch für einen Zeitraum von sechs Jahren.

Dann noch offene Beträge werden Ihnen erlassen, sofern Sie sich stets an die Ratenzahlungsvereinbarung gehalten haben.

Eine andere Variante der Vereinbarung mit den Gläubigern ist die Einmalzahlung mit Teilverzicht.

Möglicherweise können Sie aufgrund noch vorhandener Reserven oder der Hilfe durch Dritte einen Beitrag zur Einmalzahlung an die Gläubiger anbieten. Es kann dann vereinbart werden, dass die Gläubiger mit der Zahlung auf den Rest ihrer Ansprüche verzichten. Diese Regelung kann für Gläubiger interessanter sein, als sechs Jahre lang keine Ratenzahlungen einzunehmen.

Sind Sie allerdings überhaupt nicht in der Lage, Zahlungen anzubieten, bleibt nur die Möglichkeit eines sogenannten flexiblen Nullplans. Im Rahmen eines solchen Plans mit einer Laufzeit von sechs Jahren müssen Sie keine Zahlungen leisten, solange Sie über kein pfändbares Einkommen verfügen. Sollte Ihr Einkommen während der Laufzeit die Pfändungsfreigrenzen überschreiten, würde der pfändbare Betrag anteilig an Ihre Gläubiger abgeführt.

Mit dem flexiblen Nullplan müssen Sie sich verpflichten, während der Laufzeit regelmäßig Ihre Einkommensverhältnisse offenzulegen. Sie müssen sich verpflichten, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben, und, falls Sie arbeitslos sein sollten, sich um eine solche zu bemühen und keine zumutbare Tätigkeit abzulehnen. Nach Ablauf der sechs Jahre werden Ihnen die dann noch bestehenden Schulden erlassen.

Ein solcher Plan bedarf der Zustimmung aller Gläubiger. Stimmt auch nur ein Gläubiger nicht zu, oder werden nach Aufnahme der Verhandlungen Vollstreckungsmaßnahmen gegen Sie eingeleitet, so ist die außergerichtliche Schuldenbereinigung gescheitert. Stimmen nur wenige Gläubiger oder solche mit nur verhältnismäßig geringen Forderungen nicht zu, würde ich nach Abstimmung mit Ihnen persönliche Verhandlungen mit diesen Gläubigern führen, um sie doch noch zu überzeugen.

Gelingen die außergerichtlichen Verhandlungen und stimmen alle Gläubiger zu, müssen Sie sich strikt an die Vereinbarungen halten und werden nach Ablauf der Planzeit von 72 Monaten von Ihren dann noch bestehenden restlichen Verbindlichkeiten befreit.

Scheitern die Bemühungen um eine außergerichtliche Schuldenregulierung, so erteile ich Ihnen (wie bereits gesagt) die gesetzlich vorgeschriebene Bescheinigung, die zwingende Voraussetzung für den Zugang zum gerichtlichen Verbraucherinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung ist.